Unsere Arbeit wirkt!

55 Frauen sind seit Juni 2022 in unserem Projekt gestartet. Unsere fünf Hauptwirkungsfelder zeigen, wie die Zielgruppe der Frauen mit Migrationshintergrund im Bezug des Jobcenters Bonn von den eingesetzten Leistungen profitieren: Sie feiern Erfolge durch kleinschrittiges Lernen. Sie erlangen systemrelevante Kenntnisse über Leben und Arbeiten in Deutschland. Sie besuchen den Kurs zum Erwerb des Hauptschulabschlusses oder erwirken die Anerkennung ihrer bisherigen Qualifikation. Sie beginnen eine Ausbildung in der Pflege. Sie nehmen eine Berufstätigkeit auf.

(Wirkungszeitraum Juni 2022 – Dezember 2023)

55

Frauen haben das Projekt besucht.

35

Frauen haben die Beratung in Anspruch genommen.

17

Frauen sind im B2-Deutschkurs.

8

Frauen haben eine Ausbildung in der Pflege begonnen.

Wirkungsfelder

 

Die gesellschaftlichen Herausforderungen

Fachkräftemangel in der Pflege

Pflege gehört zu den Engpassberufen in Deutschland. Laut Statistischem Bundesamt (2020) werden im Jahr 2035 knapp 500.000 Pflegekräfte fehlen.

Auch in Bonn und der Region ist der Bedarf groß. Fast alle Bonner Einrichtungen klagen über Schwierigkeiten bei der Per­sonalgewinnung. In den Bereichen Kinderbetreuung und Hauswirtschaft fehlen ebenfalls Fachkräfte. Die Gewinnung ausländischer Fachkräfte gestaltet sich nicht zuletzt aufgrund des aufwendigen Anerkennungsverfahrens für viele Einrichtungen nicht effektiv.

Demografischer Wandel

Aufgrund der demografischen Entwicklung, der Zunahme pflegebedürftiger Menschen bei gleichzeitiger Abnahme beruflich Pflegender, durch die schrittweise Verrentung der sogenannten „Baby-Boomer“, wird sich der Fachkräftemangel zukünftig weiter verschärfen.

Berufliche Integration zugewanderter Frauen

Gleichzeitig leben Menschen in Deutschland, die aufgrund fehlender Deutschkenntnisse, Schulabschlüsse, Ausbildung etc. von einer nachhaltigen Erwerbstätigkeit ausgeschlossen sind.

Viele von ihnen sind zugewanderte Frauen zwischen 20 bis 50 Jahren. Sie haben oftmals Kinder, ein Teil ist alleinerziehend, mit den daraus resultierenden Her­ausforderungen. Diese Frauen waren in Deutschland entweder noch nicht sozialversiche­rungspflichtig erwerbstätig oder konnten aufgrund von bestehenden Hemmnissen ihre Er­werbstätigkeit nicht dauerhaft ausüben. Die Bandbreite ihrer Bildungs- und Berufserfah­rungen, Kenntnisse und Bedarfe ist sehr heterogen.

Das wollen wir verändern

Mit dem Projekt wollen wir das Potenzial zugewanderter Frauen heben und einen wirksamen Lösungsansatz für die gesellschaftlichen Herausforderungen der beruflichen Integration zugewanderter Frauen und der Fachkräftesicherung in der Pflege bieten. Berufliche und gesellschaftliche Teilhabe gehen oft Hand in Hand. Indem wir zugewanderten Frauen die Chance auf berufliche Qualifizierung in Engpassberufen ermöglichen, tragen sie durch ihre Fachlichkeit dazu bei, die Zukunft einer menschenwürdigen Pflege zu sichern.

Was uns bewegt

  • Ein großes Hemmnis für die berufliche Integration von Frauen aller Herkünfte ist die fehlende Kinderbetreuung, die es ihnen nicht ermöglicht, Zeit in ihre eigene Bildungsbiografie zu investieren. Das für den beruflichen Einstieg erforderliche Erlernen der deutschen Sprache ist ohne einen Betreuungsplatz für die Kinder der Frauen mit Migrationshintergrund kaum möglich.

  • Fachkräftemangel herrscht nicht nur in den Pflegeberufen. Auch im Bereich der Kinderbetreuung kann der Bedarf an Betreuungsplätzen nicht annähernd gedeckt werden.

  • Frauen mit Migrationshintergrund profitieren in der Mehrzahl von dem geschützten Raum, den wir ihnen in dem Projekt bieten. Hier können sie sich vertrauensvoll austauschen, voneinander lernen, ihre oft vorgezeichneten Wege überdenken und sich ggf. neu ausrichten.

Was wir investieren

Die Abteilung „Integration & Sprache“ bildet mit ihren vielfach ausgezeichneten und prämierten Projekten den Anfang unserer Bildungskette. Mit den erfolgreichen Vorgänger-Projekten „Sprungbrett Pflege“ und „Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ konnten wir wertvolle Erfahrungen mit der Zielgruppe sammeln. Unser interdisziplinäres Team verfügt über große Expertise in den Bereichen

  • Ausländer- und Sozialrecht,
  • sozialpädagogische und psychosoziale Beratung sowie
  • Kinderbetreuung.

Was wir leisten

Der modulare Aufbau des Projektes berücksichtigt die Vorkenntnisse und Förderbedarfe der Teilnehmerinnen und bietet personenzentrierte Angebote unter einem Dach.

  • Wir halten für die Kinder der Teilnehmerinnen, die keinen regulären Betreuungsplatz haben, für die Dauer des Unterrichts eine Kinderbetreuung bei uns im Haus bereit.

  • Parallel unterstützen wir die Frauen dabei, einen regulären Betreuungsplatz in einer Kita oder bei einer Tagespflegeperson zu bekommen.

  • Wir erstellen gemeinsam mit den Frauen eine kleinschrittige Berufswegeplanung.

  • Wir führen pflegespezifische Deutschkurse durch.

  • Wir bieten sozialpädagogische und psychosoziale Beratungen an.

  • Wir erstellen gemeinsam Bewerbungen und trainieren Vorstellungsgespräche.

  • Wir unterstützen bei der Suche nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen.

  • Wir begleiten die Frauen auch während ihrer Ausbildung, um Abbrüche zu vermeiden.

Was wir bewirken

Bildungsprojekte wie dieses wirken immer nachhaltig. Sie eröffnen den Teilnehmerinnen Möglichkeiten, beruflich Fuß zu fassen und ihre wirtschaftliche Situation bzw. die ihrer Familie zu verbessern. Handelt es sich bei den Teilnehmerinnen um Mütter, wirkt sich die Investition in ihre Bildung auch vorteilhaft auf die Bildungschancen ihrer Kinder aus.

  • Durch ihre Bildungserfolge, Gruppen- und Einzelcoachings sowie die Vernetzung untereinander, werden die Frauen empowered ihre Berufsbiografien selber in die Hand zu nehmen.

  • Durch das Projekt werden die Frauen auf einen Berufseinstieg in der Pflege vorbereitet. Damit wirkt das Projekt dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegen.

Was wir erreichen möchten

Wir fördern eine Gesellschaft, in der

  • Frauen und Mütter mit Migrationshintergrund eine Chance auf berufliche Teilhabe und Integration erfahren und dadurch ihre Existenz sichern können.

  • zugewanderte Menschen in der Pflege in Deutschland ermächtigt werden, ihren Weg zu gehen.

  • die Fachkräftesicherung in der Pflege (oder in der Kinderbetreuung) gewährleistet ist.

„Frauen mit Migrationshintergrund starten durch“ wird durch Mittel des Jobcenters Bonn gefördert.